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Dienstag, 17. März 2009

Top-Cut: Bad Hair TV

Top Cut, die neue Friseur-Sendung auf Vox, ist miserabel gestartet. Dabei ist das Interesse an Frisuren größer denn je. Warum die schlimmen Quoten?

Ich habe es mir angeschaut und fand es einfach nur langweilig. Laaaaaangweilig. Die Fachkraft, Carine Bartholomé, ist unsympathisch. Da zuckt was Herbes, Bösartiges um die Mundwinkel. Und dass sie Friseursalons in Düsseldorf und in München hat, erhebt sie nicht weit genug über die Bewerber, als dass nicht doch Zweifel an ihrem Urteilsvermögen aufkommen.

Bei Sandy Meyer-Wölden ist Vox dem weit verbreiteten Irrglauben aufgesessen: Nur weil man von Boris begattet und anschließend drei Mal in Bild abgebildet wurde, ist man noch keine Persönlichkeit, die einer Sendung den Glamour-Faktor verleihen kann. Was soll sie auch als "Model und Designerin" (Bild) in einer Friseursendung? Außer einfach nur hübsch in der Sendung zu sein?

Der größte Fehler aber ist, dass man das erfolgreiche Ausscheidungskonzept (Germany's Next Top Model, DSDS, Popstars - meinetwegen: Biggest Looser) kopiert hat, dabei aber das Wichtigste vergessen hat: Die Leute müssen sich wie bei einem Bestseller-Roman mit den Hauptakteuren identifizieren können. Mit Topmodels geht das gut, auch als Superstar sieht man sich selber gerne. Aber mit einem Friseur können sich nur Friseure identifizieren - womit die Fanschar von Top Cut überschaubar bleiben dürfte. Um die Masse zu bekommen, müsste es um Frisuren gehen. Nicht um Friseure.

Montag, 9. März 2009

Der richtige Friseur

Mein Rekord waren 6 Umzüge in 5 Jahren. Und jedes Mal musste ich mir nicht nur einen Zahnarzt sondern auch einen neuen Friseur suchen.

Tipps für den Zahnarzt holt man sich am besten von Kollegen. Tipps für einen Friseur nur bedingt. Von Kollegen mit gruseliger Frisur sollte man keine Tipps annehmen. Friseur-Tipps, die mit "hier gleich um die Ecke" anfangen und das Wort "nur 15 Euro" enthalten sollte man auch ignorieren. Und auch die Tipps von Menschen mit guter Frisur sind keine Garantie, dass man nach dem Friseurbesuch ebenso gut aussehen wird. Die Typen sind ja doch so verschieden, dass sich oft nichts ableiten lässt.

Auf der Suche nach einem neuen Friseur habe ich die besten Ergebnisse mit dieser Methode erzielt: Ich suche mir zuerst Friseure mit gut klingenden Namen aus. "Rosis Friseur Salon" fällt dann schon mal weg. Genauso wie "Cut & Go" sowie alles, was "Wellness" im Titel führt.

Dann suche ich die Friseur-Salons auf. Hier sehe ich, wie der Laden aussieht - was schon mal wichtige Rückschlüsse zulässt.

Vor allem aber schaue ich mir durchs Schaufenster die Friseure und die Stylisten an: Hat ein Friseur ein miserable Frisur, wird er mir auch keine gute Frisur schneiden können. Das heißt nicht, dass der Friseur einen topmodernen Catwalk-Cut haben muss (bei einem Mann jenseits der 45 ist das eher mitleidserregend). Ein Friseur muss selbst nur eine Frisur haben, die zu seinem Typ passt - das beste seines Wesens hervorbringt oder es zumindest unterstreicht.

Ist der Friseur zum Beispiel eher ein punkiger Typ, sollte die Frisur nach Punk und nicht nach Karneval aussehen. Ein sportlicher Friseur-Typ sollte eine sportliche Frisur haben - keine aufwändige Fönwelle. Handelt es sich beim Friseur um ein Clubmäusschen sollte sie mit ihrer Friseur sexy wirken - und nicht so, als hätte sie mit dem Glamour-Magazin in der Hand ihrem Dorffriseur befohlen, sie in Paris Hilton zu verwandeln.

Davon bin ich überzeugt: Zeig mir den Friseur und ich sag dir, ob er dir eine gute Frisur schneiden wird.

(Foto: Wikimedia / Merker Berlin)